
Bei der Eröffnungsparty der Clubreihe Horst Club x Black Gravity Dance in Brüssel kam es am 18. Oktober zu einem Polizeieinsatz.
Laut Polizeibericht wurden dabei ein 25-jähriger Mann und eine 27-jährige Frau festgenommen. Augenzeugenberichte schildern den Einsatz anders und widersprechen der Darstellung, dass Besucher die Polizei angegriffen hätten.
Unterschiedliche Darstellungen des Einsatzes
Laut den veröffentlichten Zeugenaussagen seien mehrere Personen stundenlang festgehalten worden. Nachdem sich die Anwesenheit von Zivilbeamten herumgesprochen habe, hätten Polizisten Kontrollen durchgeführt. Anwesende berichten außerdem, ein Beamter habe einen Schlagstock gegen Umstehende gezogen und auf den Nacken einer Person gekniet. Die Polizei erklärte dagegen, festnehmende Beamte seien zu Fall gebracht, geschlagen und getreten worden.
Horst sagt Clubwochenende ab
In einem Statement bezeichnet Horst den Einsatz als „unverhältnismäßig“ und erklärt, die Polizeiintervention sei in ihrem Ausmaß und ihrer Art nicht akzeptabel gewesen. Das Team schreibt, es habe die Angst, Verletzungen und Demütigungen der Betroffenen wahrgenommen. Zugleich räumt der Veranstalter ein: „Unser Team konnte euch in diesem Moment nicht schützen.“
Nach einem Gespräch mit der Stadt Vilvoorde und der Polizei am 22. Oktober gebe es laut Horst noch keine ausreichend klaren Vereinbarungen für künftige Clubnächte. Deshalb könne der Veranstalter derzeit die Sicherheit und das Wohlergehen der Community nicht gewährleisten. Das Clubwochenende mit MISSFITTE und Body Language am 28. und 29. November wurde abgesagt.
Horst will auch die eigene Vorbereitung und Kommunikation überprüfen. Zudem soll die Nachbetreuung nach Vorfällen künftig fester Bestandteil der Arbeit werden. Das Team kündigt an, sich persönlich bei Menschen zu melden, die ihre Erfahrungen geteilt haben, und den Austausch mit anderen Clubs und Kollektiven zu suchen.
Für eine weitere Clubausgabe fordert Horst konkrete schriftliche Absprachen mit Stadt und Polizei – unter anderem dazu, wie Kontrollen ablaufen, wie die Einsatzkräfte mit dem Team kommunizieren und wie eine Eskalation verhindert werden kann. Einen neuen Termin will der Veranstalter erst bekannt geben, wenn solche Vereinbarungen in der Praxis funktionieren.
Auch Brussels By Night übt Kritik
Die Organisation Brussels By Night bezeichnete die Berichte über den Einsatz in einer Erklärung vom 21. Oktober als „zutiefst besorgniserregend“. Einschüchterung oder Gewalt durch öffentliche Stellen seien niemals akzeptabel, hieß es dort.
Ticketinhaber des abgesagten Wochenendes sollen spätestens am 28. Oktober direkt über Rückerstattungen informiert werden. Horst will bis zum 19. November erneut über den Stand der Gespräche berichten – auch dann, wenn bis dahin noch keine endgültige Lösung vorliegt.
Quelle: Resident Advisor
Foto: HORST – Facebook
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